Was ist eine Auskultation?
Bei der Auskultation hört der Tierarzt mit einem Stethoskop die Herz- und Lungengeräusche des Patienten ab. Dabei werden Herzfrequenz, Herzrhythmus und mögliche Nebengeräusche beurteilt. Die Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei und kann in der Regel ohne besonderen Aufwand während einer normalen Untersuchung durchgeführt werden.
Sie liefert wichtige erste Hinweise darauf, ob eine Herzerkrankung oder eine Erkrankung der Atemwege vorliegen könnte.
Was kann bei der Auskultation festgestellt werden?
Herzgeräusche
Herzgeräusche entstehen meist durch Veränderungen des normalen Blutflusses im Herzen. Sie können beispielsweise auf eine Herzklappenerkrankung hinweisen.
Beurteilt werden unter anderem:
Lautstärke des Geräusches
Lokalisation am Brustkorb
Zeitpunkt innerhalb des Herzzyklus
Charakter des Geräusches
Diese Informationen geben erste Hinweise auf die mögliche Ursache einer Herzerkrankung.
Herzrhythmusstörungen
Unregelmäßigkeiten des Herzschlags können ebenfalls durch die Auskultation erkannt werden.
Mögliche Auffälligkeiten sind:
Häufig wird zusätzlich der Puls kontrolliert, um mögliche Pulsdefizite festzustellen.
Veränderungen der Herzfrequenz
Auch die Herzfrequenz kann wichtige diagnostische Hinweise liefern.
Dabei können festgestellt werden:
Beide Veränderungen können auf Herz-, Stoffwechsel- oder Allgemeinerkrankungen hinweisen.
Auffällige Lungengeräusche
Neben dem Herzen werden auch die Atemgeräusche beurteilt. Veränderungen können Hinweise auf Erkrankungen der Atemwege oder auf Komplikationen einer Herzerkrankung liefern.
Dazu zählen beispielsweise:
Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge (Lungenödem)
Entzündliche Atemwegserkrankungen
Verengungen der Atemwege
Weitere Lungenerkrankungen
Wann ist eine Auskultation sinnvoll?
Die Untersuchung wird in vielen Situationen eingesetzt, unter anderem:
Im Rahmen von Routineuntersuchungen
Bei Husten oder Atemnot
Bei Leistungsschwäche oder verminderter Belastbarkeit
Nach Kollaps oder Ohnmachtsanfällen
Vor geplanten Narkosen
Zur Kontrolle bekannter Herzerkrankungen
Bei älteren Tieren und Risikorassen
Gerade bei Vorsorgeuntersuchungen können Auffälligkeiten oft entdeckt werden, bevor deutliche Symptome auftreten.
Grenzen der Auskultation
So wertvoll die Auskultation auch ist – sie ersetzt keine vollständige Herzdiagnostik.
Wichtig zu wissen:
Nicht jede Herzerkrankung verursacht ein hörbares Herzgeräusch.
Die Lautstärke eines Herzgeräusches lässt nicht automatisch auf die Schwere der Erkrankung schließen.
Herzrhythmusstörungen können weiterführende Untersuchungen erforderlich machen.
Daher werden häufig ergänzende Verfahren wie Herzultraschall, EKG oder Thoraxröntgen eingesetzt, um eine genaue Diagnose zu stellen.
Vorteile der Auskultation
Die Auskultation bietet zahlreiche Vorteile:
Schnell und unkompliziert durchführbar
Schmerzfrei und nicht belastend
Keine Narkose erforderlich
Sofortige erste Beurteilung von Herz und Lunge
Hilft bei der Entscheidung über weitere Diagnostik
Sie gehört deshalb zu den wichtigsten Basisuntersuchungen in der Tierkardiologie.
Fazit
Die Auskultation ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Herzdiagnostik bei Hund und Katze. Durch das Abhören von Herz- und Lungengeräuschen können frühzeitig Hinweise auf Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Lungenerkrankungen erkannt werden. Als schnelle und schonende Untersuchung bildet sie häufig den ersten Schritt auf dem Weg zu einer gezielten kardiologischen Diagnose.