Was ist eine Mitralklappeninsuffizienz?
Die Mitralklappe befindet sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Ihre Aufgabe besteht darin, den Blutfluss innerhalb des Herzens in die richtige Richtung zu lenken.
Bei einer Mitralklappeninsuffizienz schließen die Klappensegel nicht mehr vollständig. Während der Herzaktion fließt deshalb ein Teil des Blutes zurück in den linken Vorhof. Dieser sogenannte Rückfluss (Regurgitation) führt zu einer dauerhaften Volumenbelastung des Herzens.
Im Verlauf kommt es häufig zu:
Vergrößerung des linken Vorhofs
Vergrößerung der linken Herzkammer
Erhöhter Belastung des Herzmuskels
Entwicklung einer Herzinsuffizienz
Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge (Lungenödem)
Welche Tiere sind besonders betroffen?
Die Mitralklappeninsuffizienz tritt vor allem bei älteren Hunden kleiner bis mittelgroßer Rassen auf.
Besonders häufig betroffen sind:
Bei Katzen kommt eine primäre Mitralklappeninsuffizienz deutlich seltener vor. Hier entsteht sie meist als Folge einer Herzmuskelerkrankung, beispielsweise einer Kardiomyopathie.
Welche Symptome können auftreten?
Die Erkrankung entwickelt sich häufig über Jahre hinweg. Viele Tiere zeigen zunächst keine sichtbaren Beschwerden.
Mögliche Anzeichen sind:
Husten, insbesondere nachts oder nach Belastung
Atemnot oder beschleunigte Atmung
Verminderte Belastbarkeit
Leistungsschwäche
Schnelle Ermüdung
Unruhe oder nächtliches Umherwandern
Schwächeanfälle oder Kollaps
Herzgeräusch bei der Auskultation
Im fortgeschrittenen Stadium kann sich Flüssigkeit in der Lunge ansammeln. Dieses sogenannte Lungenödem stellt einen medizinischen Notfall dar und erfordert eine sofortige Behandlung.
Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Auskultation
Oft fällt die Erkrankung erstmals durch ein typisches systolisches Herzgeräusch auf, das beim Abhören des Herzens festgestellt wird.
Herzultraschall (Echokardiographie)
Der Herzultraschall ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnosestellung. Er ermöglicht die direkte Beurteilung der Mitralklappe und zeigt, ob ein Rückfluss von Blut sowie eine Herzvergrößerung vorliegen.
Thoraxröntgen
Röntgenaufnahmen des Brustkorbs helfen bei der Beurteilung von Herzgröße, Lungengefäßen und möglichen Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge.
Weitere Untersuchungen
Je nach Patient können zusätzlich durchgeführt werden:
Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz
Die Therapie richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den vorhandenen Symptomen.
Zum Einsatz kommen unter anderem:
Pimobendan zur Unterstützung der Herzfunktion
ACE-Hemmer zur Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems
Diuretika zur Behandlung von Flüssigkeitseinlagerungen
Antiarrhythmika bei Herzrhythmusstörungen
Ziel der Behandlung ist es, die Belastung des Herzens zu reduzieren, Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen sind dabei ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Betreuung.
Moderne Therapiemöglichkeiten
In spezialisierten Zentren können ausgewählte Patienten heute auch von herzchirurgischen Eingriffen profitieren. Dazu zählen insbesondere Mitralklappenrekonstruktionen, die bislang jedoch nur an wenigen spezialisierten Einrichtungen durchgeführt werden.
Prognose
Die Prognose hängt vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Stadium der Erkrankung ab. Viele Hunde können bei frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung über Jahre hinweg eine sehr gute Lebensqualität behalten.
Entscheidend sind:
Frühzeitige Diagnose
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
Individuell angepasste Therapie
Konsequente Überwachung des Krankheitsverlaufs
Fazit
Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes und entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre. Dank moderner Diagnostik und wirksamer Medikamente kann die Erkrankung heute häufig erfolgreich kontrolliert werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere bei älteren Hunden und Risikorassen, ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und tragen entscheidend zu einer guten Lebensqualität bei.