Eine häufige, aber oft unerkannte Zahnerkrankung, die frühzeitig erkannt und behandelt werden sollte.

Leistungen Zahnheilkunde

Die Katze frisst schlechter, speichelt vermehrt oder zieht sich zurück? Hinter diesen Anzeichen kann FORL stecken. Mit moderner Tierzahnheilkunde, digitalem Dentalröntgen und viel Erfahrung erkennen wir schmerzhafte Zahnveränderungen.

Was ist FORL?

FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) ist eine der häufigsten und schmerzhaftesten Zahnerkrankungen bei Katzen. Schätzungen zufolge ist etwa jede dritte Katze im Laufe ihres Lebens betroffen – mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an.

Bei FORL greifen sogenannte Odontoklasten (körpereigene Zellen, die normalerweise an Umbauprozessen beteiligt sind) die Zahnsubstanz an. Dabei werden zunächst Zahnzement und Dentin, später häufig auch der Zahnschmelz zerstört. Die Läsionen beginnen meist unterhalb des Zahnfleischrandes und bleiben deshalb lange unbemerkt. Sichtbare Defekte am Zahnhals sind häufig nur der sichtbare Teil einer bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung.

FORL verursacht erhebliche Schmerzen. Katzen verbergen diese jedoch oft sehr gut und zeigen erst spät auffällige Symptome.

Ursachen

Die genaue Ursache der FORL ist bis heute nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden verschiedene Faktoren, die vermutlich zusammenwirken:

  • genetische Veranlagung

  • chronische Entzündungen im Maul

  • Fehlregulationen des Immunsystems

  • Veränderungen im Mineralstoffwechsel

  • mögliche Einflüsse von Ernährung und Haltungsbedingungen

Eine sichere Vorbeugung ist daher derzeit leider nicht möglich.

Symptome

Viele Katzen wirken trotz starker Zahnschmerzen zunächst unauffällig. Mögliche Anzeichen sind:

  • vermehrter Speichelfluss

  • Mundgeruch

  • Schwierigkeiten beim Kauen

  • einseitiges Kauen

  • Futter wird fallen gelassen

  • Zähneknirschen

  • Rückzug oder Aggressivität beim Fressen

  • verminderter Appetit

  • Gewichtsverlust

  • Berührungsempfindlichkeit im Maul

  • Zahnfleischentzündungen oder Zahnfleischbluten

Einige Katzen zeigen lediglich eine veränderte Fressgeschwindigkeit oder wirken insgesamt ruhiger als sonst.

Diagnose

Die Diagnose einer FORL ist nur eingeschränkt durch eine reine Maulhöhlenuntersuchung möglich. Da sich die Veränderungen häufig unter dem Zahnfleisch oder an der Zahnwurzel befinden, sind sie äußerlich oft nicht sichtbar.

Eine zuverlässige Diagnose umfasst:

  • gründliche Untersuchung der Maulhöhle unter Allgemeinnarkose

  • Untersuchung jedes einzelnen Zahnes mit einer Zahnsonde

  • digitales Dentalröntgen, um versteckte Läsionen und Veränderungen an den Zahnwurzeln sichtbar zu machen

Das Dentalröntgen ist unverzichtbar, da es Ausmaß und Typ der Erkrankung zeigt und die optimale Behandlung ermöglicht.

Behandlungsmöglichkeiten

Leider können von FORL betroffene Zähne idR nicht erhalten werden. Der krankhafte Abbau der Zahnsubstanz schreitet trotz Füllungen oder Medikamenten weiter fort.

Je nach Befund kommen folgende Behandlungen infrage:

  • vollständige Zahnentfernung (Extraktion) bei Zähnen mit erhaltenen Wurzeln

  • Kronenamputation mit belassenen Wurzelresten bei bestimmten FORL-Formen, wenn die Wurzeln bereits vollständig durch Knochen ersetzt werden und keine Entzündung vorliegt

  • Entfernung mehrerer betroffener Zähne, wenn mehrere Läsionen vorhanden sind

  • professionelle Zahnreinigung der verbleibenden gesunden Zähne

  • Schmerztherapie rund um den Eingriff

  • gegebenenfalls antibiotische Behandlung bei bakteriellen Begleitentzündungen

Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet sich anhand der klinischen Untersuchung und der Dentalröntgenbilder.

Prognose

Die Prognose nach einer fachgerechten Behandlung ist sehr gut. Obwohl viele Katzenhalter zunächst Sorge haben, dass ihre Katze ohne mehrere oder sogar alle Zähne nicht mehr fressen kann, kommen Katzen in der Regel gut damit zurecht.

Nach der Entfernung der schmerzhaften Zähne zeigen viele Tiere bereits nach kurzer Zeit:

  • wieder besseren Appetit

  • entspannteres Fressverhalten

  • mehr Aktivität und Spielfreude

  • verbesserte Lebensqualität

  • deutlich weniger Schmerzen

Vorbeugung

Da die Ursachen von FORL bislang nicht vollständig geklärt sind, lässt sich die Erkrankung nicht sicher verhindern. Umso wichtiger sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Wir empfehlen:

  • regelmäßige tierzahnärztliche Kontrollen – insbesondere ab dem mittleren Lebensalter

  • frühzeitige Untersuchung bei Mundgeruch, verändertem Fressverhalten oder Speicheln

  • professionelles Dentalröntgen bei Verdacht auf Zahnerkrankungen

  • regelmäßige Zahnreinigungen, sofern medizinisch sinnvoll