Was ist ein persistierender Caninus?
Von einem persistierenden Caninus spricht man, wenn der Milch-Eckzahn nach dem Durchbruch des bleibenden Eckzahns weiterhin im Kiefer verbleibt. Dadurch entstehen häufig sogenannte „doppelte Eckzähne“. Betroffen sind vor allem kleine Hunderassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua oder Malteser, aber auch Katzen können diese Zahnwechselstörung entwickeln.
Warum ist ein persistierender Caninus problematisch?
Bleibt der Milchzahn bestehen, fehlt dem bleibenden Eckzahn der notwendige Platz zur korrekten Ausrichtung. Dies kann verschiedene Folgen haben:
Fehlstellungen der bleibenden Zähne
Verletzungen von Gaumen, Lippen oder Zahnfleisch durch Fehlkontakte
Erhöhte Bildung von Zahnstein durch enge Zahnzwischenräume
Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis)
Langfristige Schäden an Zähnen und Kiefer
Eine frühzeitige Behandlung kann diese Komplikationen in vielen Fällen verhindern.
Ursachen für persistierende Eckzähne
Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig. Zu den häufigsten Auslösern zählen:
Genetische Veranlagung, insbesondere bei kleinen und kurznasigen Rassen
Störungen des natürlichen Zahnwechsels
Hormonelle Einflüsse während der Entwicklung
Diagnose und Behandlung
Der Zahnwechsel sollte insbesondere im Alter von fünf bis sieben Monaten tierärztlich kontrolliert werden. Wird ein persistierender Caninus festgestellt, ist in der Regel die Entfernung des Milchzahns erforderlich.
Vor der Extraktion wird häufig ein Dentalröntgen angefertigt, um die Lage und Form der Zahnwurzel exakt beurteilen zu können. Die Entfernung erfolgt schonend unter Narkose. In seltenen Fällen können zusätzlich kieferorthopädische Maßnahmen notwendig sein, um die Stellung des bleibenden Zahns zu korrigieren.
Fazit
Ein persistierender Caninus ist weit mehr als ein kosmetisches Problem. Die frühzeitige Erkennung und Entfernung des verbliebenen Milchzahns trägt entscheidend dazu bei, Zahnfehlstellungen, Verletzungen und spätere Zahnerkrankungen zu vermeiden. Regelmäßige Kontrollen während des Zahnwechsels sind daher ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge bei Hund und Katze.